Gut Herrenhölzer: damals ...

Das Gut Herrenhölzer wurde erstmalig im Dreißigjährigen Krieg erwähnt, als das Städtchen Plaue mit all seinen Gütern an das Geschlecht derer von Görne überging.

Man schrieb das Jahr 1620/30.
Seit dieser Zeit erlebte das Gut eine sehr wechselvolle Geschichte mit guten und schlechten Zeiten.
Viele Kriege gingen durch das Land. Plünderungen waren im Mittelalter an der Tagesordnung.

Während der Kaiserzeit gab es den ersten größeren Aufschwung, als verschiedene Gutsbesitzer die Felder und Wälder rund um das Gut bewirtschafteten. Sogar eine Ziegelei entstand mit einer Produktionsmenge in Höhe von 8.000.000 Ziegeln im Jahre 1836. Zu Zeiten der DDR war der Haupterwerb Rinder- bzw. Schweinemast.

 

Historische Daten

seit 1620
Das Herrenhölzer Rittergut wurde erstmalig nach heutigem Stand im Jahre 1620 in der Briester Dorfchronik erwähnt. In dieser Urkunde geht Plaue mit allen Zuhörungen ( wozu auch Herrenhölzer zählt)an das Geschlecht derer von Görne über.


Im Dreißigjährigem Krieg ist Herrenhölzer, Woltersdorf und Plaue oft Schauplatz von Belagerungen von Truppen, die auf dem Weg nach Brandenburg sind. So auch im Jahre 1627, wo eine große Schlacht am Plauer Havelpass stattfand.

Im Jahre 1648 ... aus der sittlichen Verwilderung, wie sie aus den schweren Kriegsnöten erwachsen musste, galten die vom Plauer Schlossherrn Georg Christoph von Görne für das Städtlein und zu seiner Herrschaft gehörender Dörfer erlassenen 30 leges (Gesetze), die ein trübes Licht auf Zustände auf dem Rittergut warfen. Durch jahrelange Plünderungen und Brände, infolge von Belagerungen waren die Ortschaften fast völlig zerstört und Nahrungsmittel kaum vorhanden.

Im Jahre 1718, nach dem Möser und Plaue getrennt wurden und für Plaue kein neuer Diaconus berufen wurde, musste der Plauer Pfarrer nun allein Plaue, Woltersdorf, Herrenhölze und Briest versorgen.

1743/45 - Ausbau des Plauer Kanals über eine Strecke von 15 km um die Havel mit der Stremme und Ihle zu verbinden. Der Name Elbe-Havel-Kanal kam erst in den 1920er Jahren auf.

1770 - Nach dem Hubertusburger Frieden wurde die Herrschaft von Plaue und deren Güter an den Hofjägermeister Heinrich Wilhelm von Anhalt verkauft.

1782
- Ein dem Herrn von Görne zu Möser gehörendes Vorwerk mit 6 Feuerstellen, 225 Morgen Acker, 15 Morgen einhautiger Wiesen und 150 Morgen Eichen, Buchen, Kiehnen und Elsenholzung liegt unweit von Woltersdorf und ist dorthin eingepfarrt. Die Einwohner besitzen 2 Morgen Gartenland und im Jahre 1782 war 26 die Seelenzahl.

Nach der Schlacht in Jena und Auerbach 1806 durchzogen Napoleons Truppen unseren Ort um nach Berlin zu marschieren und dort mit einer Parade durchs Brandenburger Tor den Sieg zu begehen. Durch die Zerstörung der Plauer Brücke gelangten die Franzosen über Großwusterwitz und die Alte Heerstrasse nach Brandenburg und Berlin, wo am 27. Oktober 1806 mit einer Parade der Sieg über Preußen demonstriert wurde.

Das Oktoberedikt von 1807 hob die Erbuntertänigkeit in Preußen auf, jetzt fiel die Schranke zwischen Bauern und Bürgerstand, ( Zuvor war es nur Adligen gestattet Land zu besitzen ). Von nun an gab es in Preußen die freie Berufswahl und das Recht auf Eigentumserwerb war jedem Preußischem Bürger gestattet.

1820 - Besitzer ist nun Gastwirt Buße zu Brandenburg, der es von den Herrn von Görne gekauft hat.

Herrenhölzer - adliges Gut liegt 1/3 Meilen nördlich vom Plauschen Kanal 1/34 Meilen östlich von Genthin, hat 1 Ziegelei ein Forsthause an dem Kanal und 5 Wohnhäuser mit 41 Seelen.

Die gesamte Feldmark des Gutes hat 2119 morgen, wobei ein Teil Viehweide und eine vorzüglich gut bestandene Laubholzung mit inbegriffen ist.

1842 - Ein dem Gutsbesitzer Lucke gehörenden Rittergut, welchem im Jahre 1836 die Landtagsstandschaft beigelegt ist, unweit dem Plauschen Kanal, 2 Meilen östlich von Genthin und 40 Meilen von Magdeburg.
5 Büdnerhäuser 5 Einlieger und 43 evang. Einwohner.

Zum Gut gehören etwa 600 Morgen Acker 200 Morgen Wiesen. Beides wenig ergiebig. 121 Morgen Aenger und 2000 Morgen Holzungen, welche sehr stark mitgenommen sind. Ebenso schlecht bestanden ist ein vom Gut Schade, 800 Morgen großes, gekauftes Holzrevier.
1 große Ziegelei, Produktion jährlich 800 000 Ziegel und Mauersteine.

1907 - Herrenhölzer Rittergut
162,50 ha Acker und Gärten
23,10 ha Wiese
253,00 ha Wald
8,70 ha Ödland, Umland, Wege und Hofräume
447,00 ha gesamt
Grundsteuerreinertrag: 1953 Reichsmark

1913 - Herrenhölzer Rittergut
Fernsprecher Großwusterwitz No. 7
447,8 ha Gesamtgröße
Eigentümer Heinemann - Besitzer von 1913 bis 1945
Vieh: 15 Pferde, 48 Rinde und 49 Schweine

1945 bis 1949 Provinzialverwaltung
Das Rittergut wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in ein VEG (Volkseigenes Gut) umgewandelt, das 1960 eine landwirtschaftliche Nutzfläche von rund 2070 ha bewirtschaftete und zu diesem Zeitpunkt 66 Beschäftigte hatte.

Im Zuge der Umstrukturierung der Landwirtschaft in den 1970er Jahren wurde ein Teil der landwirtschaftlichen Fläche an die LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) Pflanzenproduktion Bensdorf gegeben und das VEG (Volkseigenes Gut) Herrenhölzer dem VEG Brandenburg zugeordnet.
Es wurde hauptsächlich Rinder und Schweinemast betrieben.

Im Jahre 1998 erwarben Bodo Mönich und Jürgen Streit das seit mehreren Jahren brachliegende Hofgut.
 

Heute ist Herrenhölzer ein Ortsteil der Gemeinde Bensdorf im Amt Wusterwitz,  Landkreis Potsdam Mittelmark. 

Das Gut bewirtschaftet 400 ha Eigentumsflächen und 400 ha Pachtland.
Einwohner Herrenhölzer: Männlich 16 und Weiblich 13, in der Spargelsaison sind es mehrere Hundert.
Bensdorf hat eine Fläche von 3412 ha.